Lass Gnade deinen Blick beherrschen – Damit du durch Jesus im Leben herrschst!


Über den Autor

Johannes ist der Sohn von Peter und Barbara Pfendt, den Gründern von AGAPE-LEBEN. Nachdem sein Vater … mehr


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Vor einiger Zeit hat mich folgende Frage beschäftigt: Ich bin zwar vor Gott durch Jesus gerecht aus Glauben. Doch was ist mit der Gerechtigkeit vor den Menschen? Als guter Christ will ich doch auch vor ihnen gut dastehen und Gottes Wesen präsentieren.

Eines Tages machte mich Gott darauf aufmerksam, dass ich noch immer in einer zweigeteilten Anschauung lebte. Er sagte mir, dass solange ich noch immer danach suchte, auch vor den Menschen gut dazustehen, ich nicht vollständig seine Gnade, Liebe und Kraft erleben und weitergeben konnte.

Denn in meinen Hintergedanken verblieb noch immer diese Sache: Ich wollte ein gutes christliches Leben den Menschen um mich herum offenbaren – das ist ja kein schlechter Ansatz. Jedoch hat dieser Gedanke eine tückische Seite. Denn solange ich mir nicht an Gottes Gnade genügen lasse, wird seine Kraft nicht vollendet. (2. Kor. 12,9) Seine Kraft wird aber in unserer Schwachheit vollendet! Solange ich also darauf blicke, wie andere Menschen oder auch ich selbst mein Verhalten beurteilen, halte ich instinktiv noch immer an meiner eigenen Gerechtigkeit vor Gott fest. Erst wenn ich mich vollkommen in die Gerechtigkeit allein aus Glauben fallen lasse, dann wird meine Selbstgerechtigkeit schwinden, dafür aber Gottes Gerechtigkeit an mir – an Körper und Seele offenbar werden.

Die Tücke dieses an sich ehrenvollen Gedankens ist eigentlich offensichtlich. Wenn ich mich danach sehne, vor Menschen als guter Christ dazustehen, so liegt dem oft ein Ruhmesgedanke zugrunde. Sehr, sehr schnell hören wir in unseren Ohren die bewundernden Aussagen anderer Christen. Der Mensch sehnt sich von seiner irdischen Natur her nach etwas, womit er sich rühmen kann. Doch heute wollen wir ganz nüchtern sein und erkennen, dass es nichts gibt, wofür wir uns rühmen könnten. Denn aus Gnade sind wir errettet und wo Gnade ist, ist Ruhm ausgeschlossen.

(Römer 3,27)

 

Mein Gedanke hier ist nun ganz simpel. Es gibt nur einen Gott und dieser ist allmächtig. Es ist unser Gott und er liebt uns so sehr, dass er seinen einzigen Sohn für uns gab, damit wir durch ihn vor ihm, dem guten Gott, vollkommen gerecht werden konnten.

Nun aber laufen wir auf dieser Welt umher und fragen uns, was die Menschen um uns herum von uns denken. Ob das Wesen Gottes durch uns zu ihnen hin strahlt, ob wir wirklich Botschafter an Christi statt sind. Wir fragen dies nun auf menschlicher irdischer Ebene, auf jener Ebene, die vergehen wird. Das Fleisch, wie Paulus es beschreibt, wird nicht bleiben. Gott aber wird bleiben. Und wir werden nur durch ihn bleiben und ewig leben. Warum sollte also die Gerechtigkeit vor den Menschen noch eine so große Bedeutung für uns haben? Versteh mich nicht falsch! Es ist weiterhin falsch, Falsches zu tun. Zu stehlen, zu lügen, fremd zu gehen, hinter dem Rücken anderer zu reden, sich Pornos anzusehen, maßlos zornig zu werden … All das ist falsch. Aber all dies wird nicht zum Guten geändert, wenn nicht endlich auch unser Fokus vollkommen geändert wird. So lange auch nur ein Blick unserer Stellung vor den Menschen gilt und nicht unserer Stellung vor Gott, wird auch unser Körper und unsere Seele dieser Blickrichtung folgen. Das Besondere nun ist: Wenn man seinen Blick weg von sich selbst und den anderen Menschen lenkt, hin zu Gott und seiner Gnade, dann werden Körper und Seele automatisch von Gottes Wesen erfüllt. Je mehr man in allen Situationen auf die Aussage des Heiligen Geistes hört: »Du bist geliebt, so wie du bist. Du bist gerecht vor dem allmächtigen und perfekten Gott!«, umso mehr wird das ganze Denken von der Gnade Gottes übernommen. Man wird gerade durch diese Situationen, in denen man augenscheinlich dem perfekten Gott nicht genügen würde, durch seine Gnade dankbar. Dankbarkeit befähigt aber automatisch zu guten Werken. Wenn Jemand einem Freund aufgrund eines großen Geschenkes dankbar ist, wird er anschließend etwas tun, das sich gegen diesen Freund richtet? Warum sollte es also bei Gott anders sein? Je mehr wir Gottes Gnadengeschenk begreifen, umso mehr wird Dankbarkeit unser Herz erfüllen und wir werden aus Liebe nichts tun wollen, das ihm entgegen spricht.

So lange ich aber darauf sehe, ob ich nun ein gutes Christ-Sein vor den Menschen lebe, so lange gilt mein Blick nicht Gott. Er gilt dann nicht seiner alles wirkenden Liebe und Kraft. Unser Blick kann eben nicht zwei Dingen auf einmal gelten. Man kann nicht ein Auge auf die Welt und die Gerechtigkeit vor den Menschen richten und das andere auf die Gerechtigkeit vor Gott. Das sind zwei unterschiedliche Ebenen. Stattdessen soll gelten, was Jesus selbst sagte: »Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach SEINER Gerechtigkeit, und alles andere wird euch hinzugefügt werden.«

In der Apostelgeschichte lesen wir in einer Predigt des Paulus: »Wir tun euch kund, dass euch durch diesen (Jesus) die Vergebung der Sünden verkündigt wird, und von allem, wovon ihr durch das mosaische Gesetz keine Rechtfertigung habt erlangen können, wird in Jesus ein jeder gerechtfertigt, der da glaubt.« (Apg. 13,38)

Jesus spricht also nicht von unserer Gerechtigkeit, welche die Menschen um uns herum zum Staunen bringen könnte. Er spricht von Gottes Gerechtigkeit, die er uns durch Jesus geschenkt hat. Denn niemand kann durch den Versuch, die Gesetze zu halten, vor Gott gerecht werden. Wie auch Paulus sagt, gilt, was schon in den Psalmen steht: »Gott hat vom Himmel herniedergeschaut auf die Menschenkinder, um zu sehen, ob ein Verständiger da sei, einer, der Gott suche. Alle sind abgewichen, sie sind allesamt verdorben; da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer.« (Psalm 53,3) Es gibt nur einen Weg diese »Seine« Gerechtigkeit zu erlangen. Gnade.

Das betonen auch Paulus und Barnabas wenige Verse später besonders: »Sie aber ermahnten sie, in der Gnade Gottes zu bleiben.« (Apg. 13,43)

 

 

Jesus wird an einer Stelle gefragt, was das höchste Gebot ist. Er antwortet: »Du sollst deinen Gott lieben, mit deinem ganzen Wesen.« Das ist das Erste. Das Zweite aber ist ihm gleich. »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.«

Wir wissen nun, dass wir aus uns heraus nicht fähig sind, diese Gebote zu erfüllen. Paulus sagte ja, dass die Gesetze zur Erkenntnis der Sünde gegeben wurden. Vielmehr gilt nun für uns: »Wenn ihr aber durch den Geist geleitet werdet, so seid ihr nicht unter Gesetz.« (Gal. 5,18)

Doch hier wird deutlich, was allem vorangeht. Nämlich die Liebe zu Gott! Das Zweite ist ihm zwar gleich. Aber es ist dennoch das Zweite und kann ohne das Erste nicht existieren. Wie Johannes in seinem Brief sagt: »Gott ist Liebe und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm.« Er ruft auch immer wieder zur Nächstenliebe auf. Doch die Basis dafür ist eindeutig die Liebe Gottes und nicht unsere eigene, menschliche Liebe. Wenn wir also durch die Liebe Gottes andere lieben sollen, warum machen wir uns noch einen Kopf? Es geht ja um Gottes Liebe! Vielmehr sollte unser ganzer Blick auf Jesus und unseren Papa im Himmel gerichtet sein. Vielmehr sollten wir uns ganz und gar auf seine Liebe und Gnade einlassen, auf seine durchflutende und nie nachlassende Vergebung. Wir sollten von ihr durchströmt werden und uns nicht mehr kümmern, wie wir vor den Menschen dastehen … Kümmerte sich denn Jesus darum? Sprach er nicht vielmehr nur das, was er vom Vater hörte? Jesus versuchte nie, irgendwie korrekt vor den Menschen dazustehen. Er war es einfach. Warum? Weil sein ganzer Blick auf seinen Papa im Himmel gerichtet war. Seinen Willen zu tun (das im Übrigen alles andere als ein verkrampftes Tun ist – das erkläre ich später mal) war Jesu Speise. Genügend Berichte zeigen uns, dass er sich wirklich nicht um die Blicke der Menschen scherte. Ich meine, kein guter Christ würde in die größte Gemeinde des Landes gehen und dort erstmal alle Tische und Stühle umwerfen und Gitarren aus dem Fenster werfen – egal was für einen Ruf sie hat. Aber er tat das dennoch im Tempel, weil Gott ihm das sagte. Auch nur ein Blick auf die vermeintliche »Gerechtigkeit vor den Menschen« hätte das sicherlich vereitelt. Jesus bot auch ständig den Pharisäern und Schriftgelehrten Parole, die mit ihrem guten Auftreten zwar nicht prahlten, aber doch viel Genugtuung dadurch erlangten … Pharisäer waren ja keine schlechten Menschen. Keinesfalls. Sie waren so etwas wie entschiedene Juden, die um jeden Preis die Gesetze halten wollten. Doch mit diesem aufrichtigen Handeln kommen unweigerlich Ruhm und Selbstgerechtigkeit. Doch wir wissen: Ruhm ist ausgeschlossen.

Jesus gibt nun ein Gleichnis zu dieser Sache, wenn es um die Gerechtigkeit vor den Augen der Menschen und der vor Gott geht:

»Zwei Menschen gingen hinauf in den Tempel, um zu beten, der eine ein Pharisäer und der andere ein Zöllner. Der Pharisäer trat hin und betete bei sich selbst so: O Gott, ich danke dir, dass ich nicht bin wie die Übrigen der Menschen: Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche, ich verzehnte alles, was ich erwerbe.

Der Zöllner aber, von fern stehend, wollte nicht einmal die Augen zum Himmel erheben, sondern schlug sich an die Brust und sprach: O Gott, sei mir, dem Sünder, gnädig! Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt hinab in sein Haus im Gegensatz zu jenem (Pharisäer) ; denn jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden; wer aber sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.« (Lukas 18,10)

 

Ein Zöllner hatte unter den Juden so ziemlich den schlimmsten Ruf. Es war nicht nur ein unreiner Beruf, denn ein Zöllner konnte die Reisenden ausnehmen wie er wollte und dabei sich unverdiente Reichtümer anschaffen – er arbeitete auch noch mit den verhassten Römern zusammen, die das Reich besetzten. Deswegen ist dieses Gleichnis so gewaltig. Der Pharisäer lebte nach dem Gesetz des Mose, so gut er konnte. Doch ihn erhörte Gott nicht! Denn er berief sich auf seine eigene Gerechtigkeit, auf seine Position, die er vor den Menschen hatte, auf seine eigene Leistung und ließ dabei Gottes Gnade außer Acht. Der krasse Sünder jedoch bat nur mit wenigen Worten, dass Gott ihm dem Sünder – ACHTUNG! – GNÄDIG sei. Und obwohl ihn kein Mensch als gerecht ansah, ging er absolut gerechtfertigt nach Hause!

 

Die Geschichte von Zachäus dem Zöllner passt super dazu. Lies gerne diesen Bericht, denn er ist so bewegend. Dieser sündige Zöllner hörte nur Jesu Worten zu. Dann kam Jesus zu ihm – nicht anders herum – und lud sich selbst in dessen Haus ein. Er hatte einfach Gemeinschaft mit dem Zöllner und dessen Haus wurde mit der Gegenwart und Liebe Gottes gefüllt. Erst daraufhin wandelte Zachäus vollkommen sein Leben und andere sahen es. Jesus sagte ihm nicht: »Bessere dich gefälligst und werde ein guter Jude!«. Denn so sprachen alle anderen. Sondern da der Zöllner die Liebe Gottes hautnah erlebte, weil dieser gottesfürchtige Rabbi ihm gottlosen Sünder einfach begegnete, ihn annahm und nicht verurteilte, wandelte er sein Leben – aufgrund von Faszination, Liebe und viel, viel Dankbarkeit. Denn diese sind viel, viel stärker als irgendwelche eigenen Versuche zum Gehorsam … Warum sollte man auch aus Anstrengung versuchen gehorsam zu sein, wenn man es aus Faszination, Liebe, Freude und Dankbarkeit kann?

Der Name Zachäus bedeutet übrigens »unschuldig«. Namen in der Bibel sind selten Zufall. Wir wissen nun, vor den Menschen war er nicht unschuldig. Doch er nahm Gnade in Form von Jesus in sein Haus auf und erlangte dadurch Schuldlosigkeit und diese »Unschuld« befähigte ihn aus Dankbarkeit zum Guten.

 

Warum sollte man sich darum scheren, wie man vor den Menschen und seinem Spiegelbild dasteht, wenn man vor dem ewigen Gott durch Jesus schon perfekt dasteht?

Vielmehr will ich wie Zachäus und die anderen Jünger die Gegenwart meines Herrn aufsaugen und seine Liebe und Gnade für mich spüren. Ich will nur ihn sehen und ihn allein. Ich kümmer mich nicht mehr um die Welt. Denn ich weiß, dass zwangsläufig mein ganzes irdisches Leben Licht wird, wenn es immer mehr in den Strom der Herrlichkeit Gottes eintaucht. Am Ende bleibt die Ewigkeit mit Gott. Also soll auch mein Blick nur ihm gelten. Nur dem wunderbaren Herrn, dem Retter der sein Leben für mich gab, der Gnade in Person und von dessen Liebe ich nicht genug kriegen kann.

 

Richte deshalb auch du deinen Blick weg von der Welt und einem möglichst guten Christsein. Tu es Jesus nach, der nicht mit menschlicher Kraft ringen musste, irgendwelche Gesetze zu halten – doch der sie einfach hielt, weil der allmächtige Gott höchstpersönlich in ihm war. Weil sein Blick nicht auf die Welt und die Gesetze, sondern ganz auf Gott gerichtet war. Jeder Versuch, es auf irdische Weise anzugehen, hätte auch, wie die Geschichte bezeugt, irdisch geendet. Doch Jesu Weg war perfekt und absolut sündlos – gerade weil er sich ganz und gar vom Geist Gottes leiten ließ. Schon Jesaja sprach vom kommenden Messias: »Der Geist des Herrn ist auf mir, weil der HERR mich gesalbt hat, den Sanftmütigen frohe Botschaft zu bringen, weil er mich gesandt hat, die zu verbinden, die zerbrochenen Herzens sind, Freiheit auszurufen den Gefangenen und Öffnung des Kerkers den Gebundenen;« und auch Paulus sprach: »Wandelt im Geist und ihr werdet die Lust des Fleisches nicht vollbringen.« (Gal. 5,16) Sich also ganz vom Geist Gottes, von seiner Gnade und Liebe leiten zu lassen, ist der einzige Weg, um wahrhaft demütig und unter dem Willen Gottes zu sein. Denn erst wenn du weißt, dass du in allem vollkommen von Gott abhängig bist – also vollkommen in seiner Gnade lebst – wirst du frei sein, voll in seinem Willen zu leben.

 

Blicke also nicht mehr darauf, wie gerecht und gut du vor den Menschen dastehst. Blicke nur auf deinen Papa im Himmel und auf Jesus – blicke auf seine Gnade und Liebe, trachte zuerst nach ihnen, und alles andere wird sich fügen. Denn Gott lässt sich nicht lumpen und er wird sich ganz zu dem stellen und seinen Lebensstil durchdringen, dessen Blick ganz auf ihn, auf die Person der Gnade und Liebe, gerichtet ist. Lassen wir also ab, von dem Ballast dieser Welt und richten unseren Blick ganz auf ihn – auf den Anfänger und Vollender unseres Glaubens.


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